Flöhe
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Juckende Stiche in einer Reihe am Unterschenkel, die Katze kratzt sich mehr als sonst, beim Kämmen bleiben dunkle Krümel zurück: Flöhe fallen meist erst auf, wenn die nächste Generation schon im Teppich sitzt. Und warum werden es trotz Putzen nicht weniger? Diese Seite zeigt, wie Sie den Befall erkennen, was Sie selbst tun können, wie ein Fachbetrieb vorgeht, was rechtlich gilt und wie je Termin abgerechnet wird.
Auf einen Blick
| Merkmal | Flöhe |
|---|---|
| Fachname | Katzenfloh (Ctenocephalides felis), seltener Hundefloh; Vogelflöhe wie der Hühnerfloh; Menschenfloh selten |
| Erkennen | 2 bis 4 mm, braun bis schwarz, seitlich flach, springt bis zu einem halben Meter; Stiche in Reihe („Flohleiter“) |
| Typische Orte | Schlafplätze von Hund und Katze, Teppiche, Polster, Bodenritzen, Betten; Vogelflöhe aus Nestern am Haus |
| Aktiv | Ganzjährig in beheizten Räumen, im Spätsommer am stärksten; Puppen ruhen monatelang |
| Risiko | Starker Juckreiz, Flohstichallergie bei Mensch und Tier, Bandwurm bei Haustieren; ernste Krankheiten in Deutschland die Ausnahme |
| Recht | Kein Schutzstatus, keine Meldepflicht; Tiermittel sind Tierarzneimittel, Umgebungsmittel Biozide; im Mietshaus zählt der Verursacher |
| Wer hilft | Tierarzt für das Tier, Fachbetrieb für die Wohnung; bei Vogelflöhen der Eigentümer wegen der Nester |

Woran Sie den Befall erkennen
Beim Menschen sitzen Flohstiche meist an Knöcheln, Unterschenkeln und Waden, wohin die Tiere vom Boden aus springen. Typisch sind mehrere Stiche dicht hintereinander auf einer Linie, die Flohleiter: Der Floh setzt Probestiche, bis er ein Gefäß trifft. Von Bettwanzenstichen unterscheidet sie ohne Fund der Tiere oft nur die Frage, ob ein Haustier im Haushalt lebt.
Beim Tier fällt zuerst das Kratzen auf, oft mit kahlen Stellen am Rücken und am Schwanzansatz. Der sicherste Test ist der Flohkamm: Fell über einem feuchten weißen Papier auskämmen. Bleiben schwarze Krümel liegen, die rotbraun verlaufen, ist das Flohkot aus unverdautem Blut.

Larven und Puppen sitzen tief in Teppichen, Ritzen und Körbchen und fallen kaum auf. Bei einem Befall ohne Haustier stammen die Flöhe oft aus einem Vogelnest am Dach, von einem Igel auf der Terrasse oder von den Tieren der Vorbewohner. Für die Anfrage helfen ein Foto der Stiche und eins vom Kammtest.
Warum die Tiere da sind
Flöhe legen ihre Eier im Fell des Wirts ab; die Eier kleben nicht und rieseln beim Putzen heraus, rund 70 Prozent innerhalb von etwa acht Stunden. Der eigentliche Befall sitzt deshalb dort, wo das Tier schläft: auf einen erwachsenen Floh kommen in der Wohnung etwa zwanzig Eier, Larven und Puppen. Die Larven verpuppen sich in einem Kokon. Unter günstigen Bedingungen dauert ein Zyklus drei bis vier Wochen, schlupfbereite Flöhe können aber bis zu fünf Monate im Kokon ausharren, bis Erschütterung, Wärme oder Atemluft einen Wirt ankündigen. Das erklärt den plötzlichen Befall beim Einzug in eine lange leer stehende Wohnung. Vogelflöhe verlassen im Spätsommer die leeren Nester am Haus und suchen durch Fenster neue Wirte.

Was Sie sofort tun können, und was nicht
Sinnvoll
- Alle Tiere im Haushalt zeitnah beim Tierarzt behandeln lassen, nicht nur das, das sich kratzt
- Körbchen, Decken und Bettwäsche bei 60 Grad waschen
- Täglich gründlich saugen, auch Ritzen, Sockelleisten und unter Möbeln; Beutel verschlossen entsorgen
- Im Mietshaus Verwaltung oder Vermieter schriftlich informieren
Besser nicht
- Flohmittel für Hunde bei Katzen anwenden; Wirkstoffe wie Permethrin sind für Katzen giftig
- Sprays, Nebelgeräte oder Puder großflächig verteilen; die Wirkstoffe lagern sich in Teppichen ab, Puppen im Kokon überstehen sie
- Teebaumöl oder andere ätherische Öle auf das Tier geben, für Katzen gefährlich und ohne Wirksamkeitsnachweis
- Besetzte Vogelnester oder Nistkästen in der Brutzeit entfernen
So arbeitet der Fachbetrieb
- Befallsfeststellung. Der Techniker klärt, welche Flohart vorliegt und woher sie kommt: Haustier, Vogelnest, Igelquartier oder Vorbewohner. Die Tierbehandlung beim Tierarzt ist Voraussetzung.
- Vorbereitung. Vor dem Termin wird gesaugt und gewaschen, Böden werden freigeräumt, Aquarien abgedeckt; Menschen und Tiere verlassen die Räume für die vereinbarte Zeit.
- Umgebungsbehandlung. Gezielt auf Ritzen, Sockelleisten, Teppichränder und Schlafplätze kommt ein zugelassenes Insektizid, meist kombiniert mit einem Entwicklungshemmer, der Larven stoppt und wochenlang nachwirkt. Flächen, auf denen Kinder spielen oder Katzen liegen, bleiben ausgespart. Ist ein Vogelnest die Quelle, wird es entfernt und der Hohlraum behandelt.
- Nachkontrolle. Weil Puppen im Kokon geschützt sind und noch nach Wochen schlüpfen, folgt nach zwei bis drei Wochen eine Kontrolle. Tägliches Saugen bringt derweil die Puppen zum Schlüpfen; bei Bedarf wird nachbehandelt.
- Abschluss und Dokumentation. Sie erhalten eine Dokumentation mit Produkt, behandelten Bereichen und Wartezeiten.

Ein seriöser Betrieb fragt nach dem Tierarzttermin und nennt die Zahl der Termine als Schätzung, nicht als Festpreis für die ganze Maßnahme.
Recht und Pflichten
Flöhe stehen unter keinem Schutz und sind nicht meldepflichtig. Mittel für das Tier sind Tierarzneimittel und Sache des Tierarztes. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt davor, Hundepräparate bei Katzen anzuwenden, und rät, Katzen auch von Umgebungsmitteln fernzuhalten. Mittel für Böden und Polster sind Biozide, die Fachbetriebe mit Sachkunde einsetzen.
Mieter und Vermieter: Wer den Fachbetrieb beauftragt, zahlt zunächst die Rechnung. Ein Flohbefall ist in der Regel ein Mangel der Mietsache, den der Vermieter beseitigen lässt. Liegt die Ursache nachweisbar beim Haustier des Mieters, kann der Vermieter die Kosten zurückfordern. Melden Sie den Befall deshalb früh und schriftlich.
Vorbeugen
- Haustiere nach Absprache mit dem Tierarzt vorbeugend behandeln, abgestimmt auf Freigang und Tierkontakt
- Körbchen, Decken und Kratzbaumauflagen regelmäßig bei 60 Grad waschen, Liegeplätze absaugen
- Nistkästen im Spätsommer nach dem Ausfliegen leeren, mit Handschuhen und ohne Chemie; alte Nester an Rollladenkästen entfernen
- Igelhäuser im Garten nur mit Handschuhen reinigen
- Bei Einzug nach Vortieren Böden und Ritzen saugen, bevor Teppiche und Möbel hineinkommen
Was es kostet
Fachbetriebe rechnen je Termin ab: erster Termin mit Befallsfeststellung und Behandlung, danach Nachkontrollen, jede einzeln berechnet. Was ein Termin kostet, hängt von Wohnungsgröße, Zahl der Räume und Anfahrt ab; lassen Sie sich den Preis je Termin und die geschätzte Zahl der Termine vorab nennen. Die Zahl der Termine lässt sich nicht sicher planen; ein Festpreis für die komplette Maßnahme ist deshalb ein Warnzeichen. Für Privathaushalte sind die Arbeitskosten als haushaltsnahe Dienstleistung (§ 35a EStG) zu 20 Prozent von der Steuer absetzbar, Rechnung und Überweisung vorausgesetzt.
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Preis anfragenHäufige Fragen
Ich habe kein Haustier, woher kommen die Flöhe?
Meist aus einem Vogelnest am Haus, von einem Igel im Garten oder von den Tieren der Vorbewohner. Puppen überdauern in leeren Räumen Monate und schlüpfen, sobald wieder jemand einzieht.
Reicht es, nur die Katze zu behandeln?
Nein. Der größte Teil der Population liegt als Eier, Larven und Puppen in Körbchen und Teppich. Tierbehandlung, Waschen, Saugen und bei Bedarf die Umgebungsbehandlung gehören zusammen.
Wie lange dauert es, bis die Flöhe weg sind?
Rechnen Sie mit zwei bis drei Wochen, bis die letzten Puppen geschlüpft und abgestorben sind. Einzelne Flöhe sind dabei normal.
Sind Flohstiche gefährlich?
Meist bleibt es bei Juckreiz und Rötung; Tierflöhe vermehren sich nicht auf dem Menschen. Das Umweltbundesamt nennt Flöhe als mögliche Überträger von Keimen und Bandwürmern; in Deutschland bleibt es beim Menschen fast immer bei der Belästigung.
Fachbetrieb finden
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Passende Leistungen
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Flöhe in Wohnungen, meist über Haustiere eingeschleppt.