Kammerjäger-Register

Ratten

Rattus norvegicus (Wanderratte), Rattus rattus (Hausratte)

Hinterhof mit Mülltonnen und Komposter, eine Ratte am Fuß der Mauer
Inhalt dieser Seite
  1. Auf einen Blick
  2. Woran Sie den Befall erkennen
  3. Warum die Tiere da sind
  4. Was Sie sofort tun können, und was nicht
  5. So arbeitet der Fachbetrieb
  6. Recht und Pflichten
  7. Vorbeugen
  8. Was es kostet
  9. Häufige Fragen
  10. Fachbetrieb finden

Ein Rascheln hinter der Kellerwand, dunkle Köttel entlang der Hauswand, ein faustgroßes Loch neben dem Komposter: Wer so etwas entdeckt, will zwei Dinge wissen. Ist das wirklich eine Ratte, und wer kümmert sich jetzt darum? Diese Seite zeigt, woran Sie Ratten sicher erkennen, was Sie selbst tun dürfen, wie ein Fachbetrieb vorgeht, welche Pflichten gelten und mit welchen Kosten je Termin Sie rechnen können.

Auf einen Blick

Merkmal Ratten
Fachname Wanderratte (Rattus norvegicus), deutlich seltener Hausratte (Rattus rattus)
Erkennen Wanderratte: Kopf-Rumpf 19 bis 30 cm, Schwanz kürzer als der Körper, stumpfe Schnauze, bis 500 g. Hausratte: schlanker, große Ohren, Schwanz länger als der Körper
Typische Orte Kanalisation, Kellerabläufe, Kompost, Müllstandplätze, Ställe, Lager, Böschungen an Bächen
Aktiv Dämmerung und Nacht, ganzjährig; im Herbst vermehrt in Gebäuden
Risiko Krankheitserreger über Urin und Kot (unter anderem Leptospiren, Salmonellen), Fraßschäden an Kabeln, Dämmung und Vorräten, Hygieneproblem in Lebensmittelbetrieben
Recht Gesundheitsschädling nach Infektionsschutzgesetz; viele Kommunen mit Rattenverordnung (Anzeige- und Bekämpfungspflicht); Giftköder nur für Sachkundige
Wer hilft Fachbetrieb; bei Ratten auf öffentlichen Flächen oder im Kanal die Stadt; im Mietshaus Hausverwaltung oder Vermieter
Wanderratte in Seitenansicht vor der Kellerwand: stumpfe Schnauze, kleine Ohren, Schwanz kürzer als der Körper

Woran Sie den Befall erkennen

Der sicherste Hinweis ist der Kot: walzenförmig mit stumpfen Enden, ein bis drei Zentimeter lang, meist mehrere Stücke dicht beieinander an den Laufwegen. Mäusekot ist deutlich kleiner und läuft spitz aus. Frische Stücke sind dunkel und glänzen, ältere werden matt und zerfallen. Dazu kommen Nagespuren mit zwei parallelen Zahnrillen an Holz, Kunststoff, Kabeln oder Verpackungen, fettige dunkle Schmierstreifen an Kanten und Rohren, Trittsiegel im Staub und bei stärkerem Befall ein stechender Geruch. Nachts hören Sie Nagen, Scharren und Trippeln in Hohlräumen, Zwischendecken und Schächten.

Im Garten verraten sich Ratten durch Erdlöcher mit etwa fünf bis acht Zentimetern Durchmesser, ohne Hügel davor, meist unter Platten, Hecken oder am Fuß einer Mauer. Maulwurf und Wühlmaus werfen dagegen Erde auf. Eine einzelne Ratte am Tag ist noch kein Beweis für einen großen Befall, aber ein Grund, genauer hinzusehen.

Ratte in der Zwischendecke zwischen Dämmung, Wasserrohr und Kabel über einem Wohnzimmer

Für die Anfrage beim Fachbetrieb helfen drei Fotos: Kot mit Münze oder Lineal als Maßstab, die Nagestelle, der vermutete Zugang.

Warum die Tiere da sind

Ratten kommen dorthin, wo drei Dinge zusammenfallen: Futter, Wasser und Deckung. In Städten ist das Kanalnetz ihr Lebensraum; von dort gelangen sie über defekte Rohre, Bodenabläufe ohne Rückstausicherung und undichte Hausanschlüsse in Keller. Draußen locken Vogelfutter, Fallobst, Kompost mit gekochten Speiseresten, Hühner- und Kaninchenfutter, überfüllte Biotonnen und Essensreste an Müllstandplätzen. Ein Spalt von etwa zwei Zentimetern genügt als Eingang. Kanalsanierungen und Baustellen in der Nähe treiben Tiere aus ihren Bauen, dann tauchen sie plötzlich in Gärten auf, die vorher ruhig waren. Im Spätherbst suchen sie frostfreie Quartiere mit Nahrung, deshalb häufen sich dann die Fälle in Kellern, Garagen und Lagern.

Ratten im Garten: zwei Tiere am Erdloch neben dem Gemüsebeet, dahinter Komposter und Vogelfutterhaus

Was Sie sofort tun können, und was nicht

Sinnvoll

  • Fundorte von Kot, Nagespuren und Löchern notieren oder fotografieren und nicht wegräumen, bevor der Fachbetrieb sie gesehen hat
  • Lebensmittel, Tierfutter und Saatgut in feste, verschließbare Behälter umfüllen, Biotonne geschlossen halten
  • Kot nur mit Handschuhen und feuchtem Tuch aufnehmen, nicht trocken aufwirbeln, danach Hände gründlich waschen
  • Vogelfütterung und Kompost mit Essensresten vorerst einstellen
  • Im Mietshaus Hausverwaltung oder Vermieter informieren, im Betrieb die verantwortliche Person
  • Zugänge merken, aber erst verschließen, wenn sicher ist, dass keine Tiere im Gebäude eingeschlossen werden

Besser nicht

  • Giftköder aus Restbeständen oder aus dem Internet auslegen: Antikoagulanzien sind für Privatpersonen nicht mehr zugelassen, offen liegende Köder gefährden Kinder, Haustiere und Wildtiere
  • Klebefallen einsetzen, sie sind für Wirbeltiere verboten
  • Löcher im Garten ausspülen oder zuschütten, die Tiere weichen nur aus
  • Ultraschallgeräte oder Hausmittel als Lösung ansehen, sie verlagern den Befall allenfalls ein paar Schritte weiter
  • Tiere in die Enge treiben; eine Ratte ohne Ausweg kann beißen

So arbeitet der Fachbetrieb

  1. Befallsfeststellung. Der Techniker sucht Laufwege, Kot, Nagestellen und Zugänge, innen wie außen, und klärt, ob Wanderratten aus dem Kanal oder Hausratten aus dem Dachbereich kommen. Ohne nachgewiesenen Befall darf kein Giftköder ausgelegt werden; das gilt seit Juli 2026 ohne Ausnahme.
  2. Verfahren festlegen. Je nach Lage kommen Köderstationen mit zugelassenem Rodentizid, kräftige Schlagfallen in Schutzboxen oder digitale Fallen mit Fangmeldung zum Einsatz. Die Stationen sind verschlossen und befestigt, sodass Kinder, Hunde, Katzen und Igel nicht an den Köder gelangen. In der Nähe von Gewässern und Abläufen gelten zusätzliche Auflagen.
  3. Zugänge schließen. Rückstauklappen, Gitter vor Lüftungsöffnungen, Mörtel mit Stahlwolle an Rohrdurchführungen. Was der Betrieb nicht selbst abdichtet, benennt er für Sanitär- oder Bauhandwerk.
  4. Nachkontrollen. Bei Giftködern prüft der Betrieb die Stationen in kurzen Abständen, in der Regel wöchentlich, dokumentiert Köderaufnahme und Fänge, versetzt Stationen und bewertet nach spätestens 35 Tagen, ob die Maßnahme wirkt oder die Ursache woanders liegt.
  5. Abschluss und Dokumentation. Ist keine Aktivität mehr feststellbar, werden Köder entfernt und Stationen abgebaut oder auf giftfreies Monitoring umgestellt. Sie erhalten eine Dokumentation mit Produkt, Mengen, Stationsplan und Kontrollergebnissen; Betriebe brauchen sie für Lebensmittelkontrolle und Audits.
Schädlingsbekämpfer stellt im Keller eine Köderstation an der Wand neben dem Bodenablauf auf

Ein seriöser Betrieb erklärt, warum er sich für ein Verfahren entscheidet, und schätzt, wie viele Termine voraussichtlich nötig sind, ohne das als Festpreis für die ganze Maßnahme zu verkaufen.

Recht und Pflichten

Ratten gelten nach dem Infektionsschutzgesetz (§ 17 IfSG) als Gesundheitsschädlinge. Auf dieser Grundlage haben viele Städte und Gemeinden eine Rattenverordnung erlassen. Typisch sind drei Punkte: Wer einen Befall auf seinem Grundstück feststellt, zeigt ihn der Stadt an; Eigentümer, Verwalter, Mieter oder Pächter veranlassen oder dulden die Bekämpfung; die Kommune selbst bekämpft im Kanalnetz und auf öffentlichen Flächen. Welche Stelle zuständig ist, ob Ordnungsamt, Gesundheitsamt oder Tiefbauamt, steht in der Verordnung Ihrer Stadt.

Giftköder mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen dürfen nur noch sachkundige berufsmäßige Verwender einsetzen. Für Mieter und Vermieter gilt: Wer den Fachbetrieb beauftragt, zahlt zunächst die Rechnung. Ein Befall ist in der Regel ein Mangel der Mietsache, den der Vermieter beseitigen lässt; wurde er nachweislich durch den Mieter verursacht, kann der Vermieter die Kosten zurückfordern. Melden Sie den Befall deshalb früh und schriftlich. Lebensmittelbetriebe dokumentieren Schädlingsbekämpfung im Rahmen ihres HACCP-Konzepts.

Vorbeugen

  • Bodenabläufe im Keller mit Rückstauklappe oder Rattensperre ausstatten, schadhafte Abwasserrohre reparieren lassen
  • Lüftungsöffnungen, Kellerfenster und Rohrdurchführungen mit engmaschigem Metallgitter sichern, Spalten unter Türen schließen
  • Kompost ohne gekochte Reste, Fleisch oder Brot betreiben, Vogelfutter nur in Spendern und nur tagsüber
  • Mülltonnen geschlossen halten, Müllstandplätze regelmäßig reinigen, keinen Sperrmüll lagern
  • Keine Speisereste in die Toilette, sie füttern die Kanalpopulation direkt vor Ihrem Haus
  • Lager und Vorratsräume aufgeräumt halten, Paletten mit Abstand zur Wand stellen, damit Laufwege sichtbar bleiben

Was es kostet

Fachbetriebe rechnen in der Regel je Termin ab: ein erster Termin mit Befallsfeststellung und Aufbau der Stationen, danach Nachkontrollen, jede einzeln berechnet. Was ein Termin kostet, hängt von Objektgröße, Zahl der Stationen, Außenanlagen, Anfahrt und möglichen Abdichtungsarbeiten ab und unterscheidet sich von Betrieb zu Betrieb und von Region zu Region; fragen Sie deshalb nach dem Preis je Termin und nach der geschätzten Zahl der Termine. Weil niemand vorab weiß, wie viele Termine nötig sind, ist ein Festpreis für die komplette Maßnahme kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Warnzeichen. Für Privathaushalte sind die Arbeitskosten als haushaltsnahe Dienstleistung (§ 35a EStG) zu 20 Prozent von der Steuer absetzbar, Rechnung und Überweisung vorausgesetzt.

Preis für Ihren Fall? In zwei Minuten beschreiben, Einschätzung sofort, Angebot vom Fachbetrieb aus Ihrer Region.

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Häufige Fragen

Ratte oder Maus?

Eine ausgewachsene Wanderratte misst mit Schwanz gut 30 bis über 50 Zentimeter, eine Hausmaus bleibt unter 20. Rattenkot ist ein bis drei Zentimeter lang und stumpf, Mäusekot reiskorngroß und spitz. Bei Jungratten sprechen große Hinterfüße und ein dicker Schwanzansatz für die Ratte.

Muss ich Ratten melden?

In vielen Städten ja, sobald der Befall auf Ihrem Grundstück liegt. Maßgeblich ist die Rattenverordnung Ihrer Kommune, Auskunft gibt das Ordnungsamt. Ratten im öffentlichen Raum melden Sie der Stadt.

Darf ich Rattengift kaufen?

Blutgerinnungshemmende Köder werden nur noch an Sachkundige abgegeben. Schlagfallen dürfen Sie einsetzen, müssen sie aber täglich kontrollieren. Klebefallen sind verboten.

Wie lange dauert eine Rattenbekämpfung?

Bei Giftködern rechnen Betriebe mit mehreren Wochen und wöchentlichen Kontrollen; nach spätestens 35 Tagen wird die Lage neu bewertet. Bleibt der Zugang offen, kommen die Tiere wieder, deshalb gehört die Abdichtung dazu.

Fachbetrieb finden

Geben Sie oben Ihren Ort ein. Sie sehen nur Betriebe, die Ihren Ort als Einsatzgebiet angeben und Rattenbekämpfung anbieten. Nachweise wie Sachkunde oder Versicherung tragen das Datum ihrer Prüfung, und die Reihenfolge der Treffer ist neutral.

Passende Leistungen

  • Rattenbekämpfung

    Rattenbefall in Gebäuden, Gärten, Kanalnähe und Betrieben. Bekämpfung mit zugelassenen Mitteln in verschlossenen Köderstationen, Fallen, Abdichtung von Zugängen.

  • Schadnager-Monitoring

    Dauerhafte Überwachung mit giftfreien Monitoringködern oder digitalen Stationen, dokumentiert für Audits.