Mäuse

Mus musculus (Hausmaus)

Vorratsschrank mit Gläsern und Mehlpackungen, eine Hausmaus an der Fußleiste mit Loch
Inhalt dieser Seite
  1. Auf einen Blick
  2. Woran Sie den Befall erkennen
  3. Warum die Tiere da sind
  4. Was Sie sofort tun können, und was nicht
  5. So arbeitet der Fachbetrieb
  6. Recht und Pflichten
  7. Vorbeugen
  8. Was es kostet
  9. Häufige Fragen
  10. Fachbetrieb finden

Angeknabberte Müslipackung, kleine dunkle Körner in der Schublade, nachts ein Trippeln über der Decke: Mäuse machen sich leise bemerkbar und sind dann oft schon zu mehreren da. Diese Seite zeigt, wie Sie Hausmäuse von Wald- und Feldmäusen unterscheiden, was Sie selbst tun dürfen, wie ein Fachbetrieb arbeitet, was rechtlich gilt und mit welchen Kosten je Termin Sie rechnen können.

Auf einen Blick

Merkmal Mäuse
Fachname Hausmaus (Mus musculus); seltener im Haus: Waldmaus und Gelbhalsmaus (Apodemus)
Erkennen Kopf-Rumpf 7 bis 10 cm, Schwanz etwa körperlang und dünn, 10 bis 30 g, schiefergrau bis graubraun, große Ohren, spitze Schnauze, schwarze Knopfaugen
Typische Orte Vorratsschränke, Küchenzeilen, Zwischendecken, Dämmung, Dachboden, Garage, Lager mit Trockenware
Aktiv Nachts und in der Dämmerung, ganzjährig; ab Oktober verstärkt in Gebäuden
Risiko Lebensmittel durch Kot und Urin verunreinigt, Nagen an Kabeln und Dämmung, Hygieneproblem in Küche und Lager
Recht Hausmaus bekämpfbar; Wald- und Brandmaus geschützt, Genehmigung nötig; Giftköder außer Alphachloralose nur für Sachkundige
Wer hilft Fachbetrieb; im Mietshaus die Hausverwaltung; in Lebensmittelbetrieben die Hygieneverantwortlichen
Hausmaus in Seitenansicht an der Fußleiste: große Ohren, spitze Schnauze, Schwanz etwa körperlang

Woran Sie den Befall erkennen

Mäusekot ist der verlässlichste Hinweis: spindelförmig mit spitzen Enden, drei bis acht Millimeter lang, etwa wie ein dunkles Reiskorn. Eine Maus setzt täglich mehrere Dutzend Köttel ab, verstreut über ihre Laufwege, Schubladenböden und Geräterückseiten. Rattenkot ist deutlich größer und stumpf. Dazu kommen Nagespuren mit feinen, paarigen Zahnrillen an Verpackungen, Kabeln und Holz, aufgerissene Tüten mit verstreuten Körnern, ein süßlich-muffiger Uringeruch in geschlossenen Schränken und Nester aus zerkleinertem Papier, Stoff oder Dämmwolle.

Nachts hören Sie Trippeln, Kratzen und Nagen in Wänden, Zwischendecken und über abgehängten Decken. Mäuse laufen dicht an Wänden entlang; an staubigen Stellen bleiben feine Fußabdrücke und ein schmaler Schwanzstrich zurück. Im Dachboden sind aufgewühlte Dämmung und Kotansammlungen an den Balken typisch.

Maus im Dachboden auf der Dämmung neben einem Nest aus zerkleinertem Papier

Zur Verwechslung: Waldmaus und Gelbhalsmaus haben einen weißen Bauch, deutlich größere Augen und springen bei Störung weg, die Hausmaus ist einheitlich grau und huscht. Für die Anfrage beim Fachbetrieb helfen ein Foto vom Kot mit Münze als Maßstab, eins von der Nagestelle und eins vom vermuteten Zugang.

Warum die Tiere da sind

Eine Hausmaus braucht wenig: ein paar Gramm Körner, Krümel oder Tierfutter am Tag, kaum Wasser, einen warmen Hohlraum und einen Spalt von sechs bis sieben Millimetern, etwa die Breite eines Bleistifts. Solche Spalten finden sich unter Türen, an Rohrdurchführungen, Kellerfenstern, Garagentoren und Lüftungsgittern. Im Spätherbst wandern Mäuse aus Gärten, Feldern und Hecken in beheizte Gebäude, deshalb häufen sich die Fälle ab Oktober. Innen begünstigen offene Vorräte, Vogelfutter in Papiersäcken, Komposteimer, volle Abstellkammern und zugestellte Lagerregale den Befall. In Mehrfamilienhäusern wandern die Tiere über Versorgungsschächte und Zwischendecken von Wohnung zu Wohnung, in Betrieben über Paletten und Wareneingang.

Hausmaus im Herbst am Spalt unter dem Garagentor, Laub und Brennholz daneben

Was Sie sofort tun können, und was nicht

Sinnvoll

  • Fundorte von Kot und Nagespuren notieren oder fotografieren, bevor Sie putzen
  • Lebensmittel, Tierfutter und Saatgut in Glas, Metall oder feste Kunststoffdosen umfüllen
  • Kot mit Handschuhen und feuchtem Tuch aufnehmen, Flächen vorher anfeuchten, nicht trocken fegen oder saugen, danach Hände waschen
  • Schlagfallen in einer Schutzstation an der Wand aufstellen, mit Nussmus oder Nougatcreme beködern und mindestens täglich kontrollieren
  • Im Mietshaus die Hausverwaltung informieren, im Betrieb den Hygieneverantwortlichen
  • Spalten erst schließen, wenn keine Tiere mehr im Hohlraum sind

Besser nicht

  • Alte Giftköder aus dem Keller oder aus dem Internet auslegen: Antikoagulanzien sind für Privatpersonen nicht mehr zugelassen
  • Klebefallen oder Eimerfallen mit Wasser verwenden, beides ist für Wirbeltiere nicht tierschutzgerecht
  • Lebendfallen aufstellen und die Tiere im Garten aussetzen; sie finden zurück oder verhungern
  • Ultraschallstecker, Pfefferminzöl oder Katzenstreu als Lösung ansehen, Mäuse gewöhnen sich daran
  • Dämmung oder Nester mit bloßen Händen herausreißen und Staub aufwirbeln

So arbeitet der Fachbetrieb

  1. Befallsfeststellung. Der Techniker sucht Laufwege, Kot, Nagespuren, Nester und Zugänge, oft mit UV-Licht für Urinspuren, und klärt, ob Hausmäuse oder Wald- und Gelbhalsmäuse unterwegs sind. Ohne Befallsnachweis legt er keine Giftköder aus.
  2. Verfahren festlegen. In Wohnungen, Küchen und Lebensmittelbetrieben stehen Schlagfallen in verschlossenen Stationen an erster Stelle, oft mehrere je Raum, ergänzt durch Monitoringstationen. Giftköder mit zugelassenem Wirkstoff kommen nur in Köderstationen zum Einsatz, wenn Fallen allein nicht reichen, und nie offen.
  3. Zugänge schließen. Spalten unter Türen, Rohrdurchführungen und Lüftungsöffnungen werden mit Stahlwolle, Mörtel, Bürstendichtungen und engmaschigem Gitter verschlossen. Was der Betrieb nicht selbst abdichtet, benennt er für Hausmeister oder Handwerker.
  4. Nachkontrollen. Fallen werden in kurzen Abständen geleert, Köderstationen in der Regel wöchentlich geprüft, Fänge und Köderaufnahme dokumentiert. Bleibt die Aktivität aus, werden Stationen versetzt oder die Ursache neu gesucht.
  5. Abschluss und Dokumentation. Nach dem letzten Fang folgt eine Kontrollphase ohne Fänge; Köder werden entfernt, Stationen abgebaut oder auf giftfreies Monitoring umgestellt. Sie erhalten eine Dokumentation mit Stationsplan, Wirkstoff und Kontrollergebnissen, die Betriebe für Lebensmittelkontrolle und Audits brauchen.
Schädlingsbekämpfer stellt in der Küche eine Fallenstation an der Fußleiste auf

Ein seriöser Betrieb erklärt, warum er Fallen oder Köder wählt, zeigt den Stationsplan und nennt die Zahl der voraussichtlichen Termine als Schätzung, nicht als Festpreis für die ganze Maßnahme.

Recht und Pflichten

Säugetiere stehen grundsätzlich unter Artenschutz; die Bundesartenschutzverordnung (Anlage 1) nimmt die Hausmaus davon aus, sie darf bekämpft werden. Für Waldmaus und Brandmaus gilt die Ausnahme nicht, hier entscheidet die untere Naturschutzbehörde. Spitzmäuse sind keine Nagetiere und ebenfalls geschützt. Fallen müssen tierschutzgerecht sein und täglich kontrolliert werden; Klebefallen sind für Wirbeltiere unzulässig. Blutgerinnungshemmende Giftköder dürfen nur noch sachkundige berufsmäßige Verwender einsetzen. Verbrauchern bleibt ein einziger Wirkstoff: Alphachloralose, ausschließlich gegen Hausmäuse, nur innen und in einer Köderbox, gefährlich für Katzen und Hunde.

Mieter und Vermieter: Wer den Fachbetrieb beauftragt, zahlt die Rechnung. Ein Befall ist meist ein Mangel der Mietsache, den der Vermieter beheben lässt; hat der Mieter ihn nachweislich verursacht, kann der Vermieter die Kosten zurückfordern. Melden Sie den Befall deshalb früh und schriftlich. Lebensmittelbetriebe dokumentieren Monitoring und Bekämpfung in ihrem HACCP-Konzept.

Vorbeugen

  • Spalten ab sechs Millimetern an Türen, Fenstern, Rohrdurchführungen und Lüftungsgittern mit Bürstendichtung, Metallgitter oder Mörtel schließen
  • Vorräte, Tierfutter und Vogelfutter in verschließbaren Behältern lagern, Vorratsschränke zweimal im Jahr ausräumen und auswischen
  • Krümel und Speisereste nicht über Nacht stehen lassen, Biomüll geschlossen halten
  • Brennholz, Kartons und Gerümpel nicht an der Hauswand oder im Keller stapeln, Hecken vom Haus zurückschneiden
  • Dachboden und Keller einmal im Herbst auf Kot und Nagespuren kontrollieren
  • In Betrieben Wareneingang auf Fraßspuren prüfen, Paletten mit Abstand zur Wand stellen

Was es kostet

Fachbetriebe rechnen je Termin ab: ein erster Termin mit Befallsfeststellung und Aufbau der Fallen oder Stationen, danach Nachkontrollen, jede einzeln berechnet. Was ein Termin kostet, hängt von Wohnungsgröße, Zahl der Stationen, Anfahrt und Abdichtungsarbeiten ab und ist von Betrieb zu Betrieb verschieden; lassen Sie sich den Preis je Termin und die geschätzte Zahl der Termine vorab nennen. Die Zahl der Termine richtet sich nach dem Befall und lässt sich vorher nicht sicher planen; ein Festpreis für die komplette Maßnahme ist deshalb ein Warnzeichen. Für Privathaushalte sind die Arbeitskosten als haushaltsnahe Dienstleistung (§ 35a EStG) zu 20 Prozent von der Steuer absetzbar, Rechnung und Überweisung vorausgesetzt.

Preis für Ihren Fall? In zwei Minuten beschreiben, Einschätzung sofort, Angebot vom Fachbetrieb aus Ihrer Region.

Preis anfragen

Häufige Fragen

Maus oder Ratte?

Mäusekot ist reiskorngroß mit spitzen Enden, Rattenkot ein bis drei Zentimeter lang und stumpf. Eine Hausmaus hat große Ohren, eine spitze Schnauze und einen etwa körperlangen Schwanz; eine Jungratte wirkt plumper mit kleineren Ohren und dickem Schwanzansatz.

Darf ich Mäusegift kaufen?

Antikoagulanzien sind für Privatpersonen nicht mehr zugelassen. Erlaubt bleibt Alphachloralose gegen Hausmäuse, nur innen und in einer Köderbox. In Küchen und Haushalten mit Kindern oder Haustieren sind Schlagfallen in Schutzstationen die bessere Wahl.

Kann man Mäuse vertreiben?

Dauerhaft nicht. Ultraschall, Duftstoffe und Hausmittel verlagern die Tiere höchstens in den nächsten Raum. Wirksam sind Fangen, Abdichten und Entzug von Futter; Vertreiben ohne Abdichten holt die nächste Generation ins Haus.

Wie lange dauert eine Mäusebekämpfung?

Bei einem kleinen Befall in einer Wohnung folgen auf den ersten Termin oft zwei bis drei Nachkontrollen alle ein bis zwei Wochen. In Zwischendecken, Mehrfamilienhäusern und Lagern dauert es länger, weil erst alle Zugänge gefunden und geschlossen werden müssen.

Fachbetrieb finden

Geben Sie oben Ihren Ort ein. Sie sehen nur Betriebe, die Ihren Ort als Einsatzgebiet angegeben haben, mit ihren Nachweisen und dem Datum der letzten Prüfung.

Passende Leistungen

  • Mäusebekämpfung

    Hausmäuse und andere Mäuse in Wohnung, Haus, Keller und Betrieb.

  • Schadnager-Monitoring

    Dauerhafte Überwachung mit giftfreien Monitoringködern oder digitalen Stationen, dokumentiert für Audits.