Motten

Vorratsschrank mit Gläsern und Nüssen, eine Lebensmittelmotte an der Schranktür
Inhalt dieser Seite
  1. Auf einen Blick
  2. Woran Sie den Befall erkennen
  3. Warum die Tiere da sind
  4. Was Sie sofort tun können, und was nicht
  5. So arbeitet der Fachbetrieb
  6. Recht und Pflichten
  7. Vorbeugen
  8. Was es kostet
  9. Häufige Fragen
  10. Fachbetrieb finden

Kleine Falter, die abends aus dem Vorratsschrank flattern, feine Fäden im Müsli, ein Loch im Lieblingspullover: Motten fallen meist erst auf, wenn die Larven längst gefressen haben; dahinter stecken zwei Gruppen, Lebensmittelmotten und Kleidermotten, die unterschiedlich bekämpft werden. Diese Seite zeigt, welche Motte Sie vor sich haben, was Sie selbst tun können, wie ein Fachbetrieb vorgeht, was rechtlich gilt und wie die Kosten je Termin entstehen.

Auf einen Blick

Merkmal Motten
Fachname Lebensmittelmotten: Dörrobstmotte (Plodia interpunctella), Mehlmotte (Ephestia kuehniella). Kleidermotte (Tineola bisselliella)
Erkennen Falter etwa 1 cm; Dörrobstmotte zweifarbig mit rotbraunen Flügelspitzen, Mehlmotte unauffälliger, Kleidermotte einfarbig gelb bis bräunlich glänzend; Larven weißlich mit brauner Kopfkapsel
Typische Orte Vorratsschrank, Tierfutter, Lager mit loser Ware; Kleidermotten in Kleiderschrank, Teppichen, Polstern
Aktiv Ganzjährig in beheizten Räumen, mehrere Generationen im Jahr; Falter abends, Larven auch tagsüber
Risiko Vorräte ungenießbar, Allergien möglich; Fraßlöcher in Wolle, Seide, Pelz und Federn; Hygieneproblem in Lebensmittelbetrieben
Recht Kein Schutzstatus, keine Meldepflicht; Biozide nur zugelassen und nach Anleitung; Lebensmittelbetriebe mit HACCP-Dokumentationspflicht
Wer hilft Fachbetrieb bei hartnäckigem oder gewerblichem Befall; im Mietshaus Hausverwaltung
Motten im Vergleich: Dörrobstmotte, Mehlmotte und Kleidermotte als kleine Falter nebeneinander

Woran Sie den Befall erkennen

Lebensmittelmotten verraten sich durch feine Gespinstfäden, die Körner, Flocken oder Nüsse verkleben, dazwischen Kotkrümel und Larvenhäute. Die weißlichen Larven mit brauner Kopfkapsel bohren sich durch Folien und Pappe. Vor der Verpuppung wandern sie aus und spinnen sich an Schrankinnenseiten, hinter Leisten und oben in der Zimmerecke zwischen Wand und Decke ein. Die Falter fliegen abends durch die Wohnung.

Kleidermotten sind klein, einfarbig gelblich glänzend und bleiben lieber im Dunkeln, als zum Licht zu fliegen. Deutlicher sind die Larvenspuren: kleine, unregelmäßig verteilte Löcher in Wolle, Teppichen und Polstern, feine Gespinströhrchen und Kotkrümel in der Farbe des angefressenen Stoffs. Baumwolle und Kunstfaser bleiben verschont.

Lebensmittelmotten im Vorratsschrank: Gespinste im Müsli und Larven in der Schrankecke

Fraßlöcher ohne Gespinste sprechen eher für Teppich- oder Pelzkäfer. Für die Anfrage helfen Fotos vom Falter in Ruhestellung, von Larve oder Gespinst mit Münze als Maßstab und von der befallenen Ware.

Warum die Tiere da sind

Lebensmittelmotten kommen fast immer mit der Ware ins Haus: als Ei oder winzige Larve in Mehl, Müsli, Nüssen, Trockenobst, Gewürzen oder Tierfutter. Frisch geschlüpfte Larven gelangen durch undichte Siegelnähte auch in verschlossene Packungen. In der warmen Küche geht es schnell: ein Weibchen legt bis zu 300 Eier, vom Ei bis zum Falter vergehen je nach Wärme einige Wochen bis wenige Monate. Kleidermotten brauchen Keratin, also Wolle, Haare, Federn oder Pelz, und mögen es warm und ungestört. Ungetragene Wollsachen hinten im Schrank, Teppichkanten unter Möbeln, Vogelnester an der Fassade und Tierhaare in Ritzen sind ihre Kinderstuben; ins Haus kommen sie durch offene Fenster oder mit gebrauchten Textilien.

Kleidermotten im Kleiderschrank: Fraßlöcher im Wollpullover und Gespinströhrchen

Was Sie sofort tun können, und was nicht

Sinnvoll

  • Alle Trockenvorräte, auch ungeöffnete, auf Fäden, Klumpen und Larven prüfen
  • Befallene Ware samt Verpackung im verschlossenen Beutel draußen entsorgen
  • Schrank leer saugen, Ritzen mit dem Fön erhitzen, Flächen mit Essigwasser wischen, Staubsaugerbeutel entsorgen
  • Von Kleidermotten befallene Textilien heiß waschen oder mindestens 36 Stunden bei unter minus 18 Grad einfrieren
  • Pheromonfallen aufstellen, um Flugorte und Befallsstärke zu sehen

Besser nicht

  • Insektenspray oder Nebelgeräte im Vorratsschrank: Rückstände auf Lebensmitteln, die Larven in den Packungen erreicht das Spray nicht
  • Pheromonfallen als Bekämpfung ansehen, sie fangen nur einen Teil der Männchen
  • Nur die offene Packung wegwerfen und den Rest im Schrank lassen
  • Lavendel, Zedernholz oder Mottenkugeln allein gegen einen Befall setzen, Düfte schrecken nur ab

So arbeitet der Fachbetrieb

  1. Befallsfeststellung. Der Techniker bestimmt die Art anhand von Faltern, Larven und Gespinsten, denn beide Gruppen brauchen unterschiedliche Maßnahmen, und sucht den Herd: die vergessene Packung ganz hinten, den Sack Vogelfutter in der Garage, den Wollteppich unter dem Sofa. Pheromonfallen zeigen, wo am meisten geflogen wird.
  2. Herd entfernen. Befallene Ware wird entsorgt oder behandelt, Schränke und Regale leergeräumt, Ritzen und Sockelleisten abgesaugt; ohne diesen Schritt greift keine Methode, weil Eier und Puppen in den Fugen sitzen.
  3. Verfahren festlegen. Gegen Lebensmittelmotten setzt der Betrieb bevorzugt Schlupfwespen ein: winzige Nützlinge der Gattung Trichogramma, die ihre Eier in die Motteneier legen; die Kärtchen werden wochenlang erneuert. Textilien, Teppiche und Pelze behandelt er mit Wärme oder Kälte. Insektizide bleiben die Ausnahme, gezielt in Ritzen leerer Lagerräume, nie auf Lebensmitteln oder Kleidung.
  4. Nachkontrolle. Pheromonfallen bleiben stehen; weil Eier und Puppen eine Behandlung überdauern können, folgt mindestens ein Kontrolltermin, bis über eine volle Entwicklungszeit keine Falter mehr fliegen.
  5. Dokumentation. Sie erhalten einen Bericht mit Befallsherd, Verfahren, Produkten und Fallenergebnissen; Lebensmittelhändler, Bäckereien, Lager und Museen brauchen ihn für Kontrollen und Audits und führen die Überwachung als Dauermonitoring fort.
Fachbetrieb bei Motten: Techniker setzt Pheromonfalle und Schlupfwespenkärtchen im Vorratsschrank

Ein seriöser Betrieb beginnt mit dem Suchen, nicht mit dem Sprühen.

Recht und Pflichten

Motten stehen nicht unter Artenschutz und sind nicht meldepflichtig. Mottenmittel sind Biozidprodukte, nur mit Zulassung verkäuflich und nur nach Gebrauchsanweisung anzuwenden. Das Umweltbundesamt beschreibt Lebensmittelmotten und Kleidermotten als Vorrats- und Materialschädlinge ohne bekannte Gesundheitsgefahr; befallene Lebensmittel können aber Pilze und Milben enthalten. Lebensmittelbetriebe müssen nach Hygienerecht Schädlinge fernhalten, Befälle beherrschen und die Maßnahmen im HACCP-Konzept dokumentieren; befallene Ware darf nicht verkauft werden.

Mieter und Vermieter: Wer den Fachbetrieb beauftragt, zahlt zunächst. Ein Mottenbefall gilt meist als Mangel der Mietsache, den der Vermieter beheben lässt; hat der Mieter ihn nachweislich verursacht, kann der Vermieter die Kosten zurückfordern. Melden Sie den Befall früh und schriftlich.

Vorbeugen

  • Trockenvorräte nach dem Einkauf prüfen und in Gläser oder Behälter mit Dichtung umfüllen; Blechdosen und Originaltüten schließen nicht dicht
  • Kurz, kühl und trocken lagern: Nüsse in den Kühlschrank, Älteres zuerst verbrauchen, Vorratsschrank regelmäßig auswischen
  • Tiertrockenfutter nach dem Kauf 24 Stunden einfrieren oder dicht verschlossen außerhalb der Küche lagern
  • Wollsachen nur sauber und in dichten Beuteln einlagern, regelmäßig lüften und ausklopfen
  • Teppichränder unter Möbeln, Polsterritzen und Schrankböden absaugen, Tierhaare entfernen

Was es kostet

Fachbetriebe rechnen je Termin ab: ein erster Termin mit Artbestimmung, Herdsuche und Behandlungsstart, danach einzeln berechnete Kontrolltermine. Der Preis je Termin hängt von Objektgröße, Zahl der Fallen und Schlupfwespenkärtchen, Textilbehandlung und Anfahrt ab und ist je Betrieb verschieden; erfragen Sie ihn und die geschätzte Terminzahl vorab. Weil Eier und Puppen eine Behandlung überdauern können, ist die Terminzahl nicht planbar; ein Festpreis für die komplette Maßnahme ist deshalb ein Warnzeichen. Für Privathaushalte sind die Arbeitskosten als haushaltsnahe Dienstleistung (§ 35a EStG) zu 20 Prozent von der Steuer absetzbar, Rechnung und Überweisung vorausgesetzt.

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Häufige Fragen

Lebensmittelmotte oder Kleidermotte?

Lebensmittelmotten haben gemusterte Flügel, bei der Dörrobstmotte mit rotbraunen Spitzen, und fliegen abends durch die Räume. Kleidermotten sind einfarbig gelblich, bleiben im Dunkeln und fallen durch Löcher in Wolle und Gespinströhrchen auf.

Helfen Pheromonfallen gegen Motten?

Sie zeigen, ob und wo Motten fliegen. Gefangen wird nur ein Teil der Männchen, die Weibchen legen weiter Eier; zur Bekämpfung reichen die Fallen nicht, zur Erfolgskontrolle sind sie unverzichtbar.

Wie lange dauert es, bis die Motten weg sind?

Mit Schlupfwespen rechnen Fachbetriebe mit mehreren Wochen und mehrfach erneuerten Kärtchen, danach folgt eine Kontrollphase mit Pheromonfallen. Bleibt der Herd unentdeckt, kommen die Falter wieder.

Fachbetrieb finden

Geben Sie oben Ihren Ort ein. Sie sehen nur Betriebe, die Ihren Ort als Einsatzgebiet angeben und Mottenbekämpfung anbieten, mit ihren Nachweisen und dem Datum der letzten Prüfung.

Passende Leistungen

  • Mottenbekämpfung

    Lebensmittel- und Kleidermotten: Befallsquelle finden, Bekämpfung, Vorbeugung.