Kammerjäger-Register

Tauben

Columba livia f. domestica

Hausfassade mit Balkon, zwei Tauben auf dem Fenstersims, Nachbarsims mit Spikes
Inhalt dieser Seite
  1. Auf einen Blick
  2. Woran Sie den Befall erkennen
  3. Warum die Tiere da sind
  4. Was Sie sofort tun können, und was nicht
  5. So arbeitet der Fachbetrieb
  6. Recht und Pflichten
  7. Vorbeugen
  8. Was es kostet
  9. Häufige Fragen
  10. Fachbetrieb finden

Weiße Streifen unter dem Fenstersims, Kot auf dem Balkontisch, Gurren aus der Dachrinne: Wo Stadttauben einmal Rast machen, kommen sie täglich wieder. Diese Seite zeigt, wie Sie Rast-, Schlaf- und Brutplätze unterscheiden, was Sie selbst tun dürfen, wie ein Fachbetrieb Tauben tierschutzgerecht fernhält und welche Regeln gelten.

Auf einen Blick

Merkmal Tauben
Fachname Stadttaube, verwilderte Haustaube (Columba livia f. domestica), Nachfahre der Felsentaube
Erkennen Etwas kleiner als eine Ringeltaube; Gefieder blaugrau mit zwei dunklen Flügelbinden oder weiß, rotbraun, gescheckt; rote Füße
Typische Orte Simse, Balkone, Dachrinnen, Lüftungsöffnungen, Dachböden, Hohlräume hinter Fassadenplatten
Aktiv Tagsüber, ganzjährig; Brut fast das ganze Jahr, mehrere Bruten nacheinander
Risiko Kot greift Putz, Stein und Metall an, macht Wege rutschig, kann Erreger enthalten; verstopfte Rinnen; Taubenzecken und Vogelmilben aus verlassenen Nestern
Recht Nicht jagdbar, nicht besonders geschützt; Tierschutzgesetz: kein Töten oder Fangen ohne vernünftigen Grund, keine verletzenden Abwehrsysteme; Fütterungsverbot in vielen Städten
Wer hilft Fachbetrieb für Taubenabwehr; Eigentümer oder Hausverwaltung; Veterinäramt bei Tierschutzfragen; Stadt bei öffentlichen Flächen
Stadttaube auf einem Fenstersims: blaugraue Taube mit zwei dunklen Flügelbinden und roten Füßen

Woran Sie den Befall erkennen

Entscheidend ist, welche Rolle Ihr Gebäude für die Tiere spielt. Ein Rastplatz ist ein Sims oder eine Brüstung, auf der die Tiere tagsüber sitzen, erkennbar an Kotspritzern darunter. Ein Schlafplatz liegt geschützt unter Vordächern oder in Nischen; dort sammelt sich der Kot in dicken Lagen. Ein Brutplatz hat ein flaches Nest aus Zweigen, Federn und Draht, oft in der Dachrinne, hinter Blumenkästen, in Lüftungsöffnungen oder auf Dachböden.

Der Kot zeigt, wie lange die Tiere schon da sind: frisch ist er weich und grünlichweiß, alt bildet er harte graue Krusten, die bei Regen rutschig werden und Putz, Sandstein und Blech angreifen. Zur Verwechslung: Ringeltauben tragen einen weißen Halsfleck und brüten in Bäumen, Türkentauben sind hell beige mit schwarzem Nackenring; beide sind geschützte Wildvögel.

Taubenkot an der Fassade: weiße Streifen unter dem Sims und Krusten auf dem Fensterbrett

Juckende Stiche, kurz nachdem ein Dachboden verschlossen wurde, sprechen für Taubenzecken oder Vogelmilben ohne Wirt. Für die Anfrage helfen Fotos von Sitzstelle, Nest und Kotfläche.

Warum die Tiere da sind

Stadttauben sehen in Gebäuden, was ihre Vorfahren in Klippen fanden: Simse, Höhlen und Überhänge. Dazu kommt Futter aus Fußgängerzonen, Außengastronomie, Vogelhäuschen und absichtlichem Füttern. Ein Taubenpaar bleibt seinem Platz treu. Nach Angaben des Landes Baden-Württemberg legt die Täubin meist zwei Eier, die Brut dauert rund 18 Tage, nach weiteren 30 bis 35 Tagen sind die Jungen flügge, und ein Paar zieht bis zu zwölf Jungtiere im Jahr auf. Offene Dachluken, defekte Lüftungsgitter, breite Simse, Leerstand und vollgestellte Balkone liefern den Platz dafür.

Tauben auf dem Balkon: Nest hinter Blumenkästen und Kot auf dem Boden eines Stadtbalkons

Was Sie sofort tun können, und was nicht

Sinnvoll

  • Befallsstellen fotografieren, bevor etwas entfernt wird
  • Leere Nester wegnehmen, Kot nur angefeuchtet, mit Handschuhen und Maske aufnehmen
  • Balkon aufräumen: leere Blumenkästen, Kisten und Möbel bilden Nischen; Tierfutter hineinholen
  • Futterstellen in der Nachbarschaft ansprechen, notfalls die Stadt informieren
  • Im Mietshaus Vermieter oder Hausverwaltung schriftlich informieren

Besser nicht

  • Nester mit Eiern oder Jungvögeln entfernen oder Zugänge verschließen, solange Junge darin sind
  • Klebepasten auf Simse streichen, sie sind verboten und strafbar
  • Geschliffene Metallspitzen, Nadeln oder lose Netze anbringen, in denen sich Vögel verfangen
  • Tauben fangen, vergiften oder beschießen
  • Kot trocken fegen, abstrahlen oder mit dem Haushaltsstaubsauger aufnehmen

So arbeitet der Fachbetrieb

  1. Bestandsaufnahme. Der Techniker ordnet jede Stelle an Fassade, Dach und Innenhof ein: Rastplatz, Schlafplatz oder Brutplatz; danach richtet sich, wie robust die Abwehr sein muss. Alte Nester prüft er auf Taubenzecken.
  2. Reinigung und Desinfektion. Vor der Montage werden Kot, Nester und Federn entfernt, bei größeren Mengen mit Schutzanzug, Atemschutz und Industriesauger, nie mit Besen oder Hochdruckreiniger. Krusten werden angefeuchtet, die Flächen danach desinfiziert und bei Bedarf gegen Zecken und Milben behandelt.
  3. System auswählen. Für Simse und Brüstungen stumpfe Spikes oder Spanndrähte, auf denen Tauben nicht landen können; für Nischen, Lichtschächte und Balkone straff gespannte Netze mit kleiner Masche; für Vorsprünge Schrägbleche. Elektrosysteme sind nach Tierschutzrecht nicht zulässig.
  4. Montage. Befestigung mit Klebern oder Klemmen, die Putz und Naturstein nicht beschädigen. Netze bekommen Spannseil und Rahmen, damit kein Vogel dahinter gerät oder hängen bleibt.
  5. Nachkontrolle und Dokumentation. Nach einigen Wochen prüft der Betrieb, ob die Tiere ausweichen, spannt Netze nach, ergänzt Stellen und dokumentiert die Anlage mit Fotos.
Fachbetrieb bei der Taubenabwehr: Techniker montiert ein Spannnetz in einem Lichtschacht

Ein seriöser Betrieb begründet seine Systemwahl und nennt die Zahl der Termine als Schätzung, nicht als Festpreis für die ganze Maßnahme.

Recht und Pflichten

Stadttauben sind verwilderte Haustauben, nicht jagdbar und keine besonders geschützte Art, aber das Tierschutzgesetz gilt uneingeschränkt: Einem Tier dürfen ohne vernünftigen Grund keine Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden, und § 13 verbietet Vorrichtungen zum Fernhalten, wenn sie Wirbeltiere verletzen können. Töten erlaubt nur eine behördliche Anordnung, ausgeführt von Sachkundigen. Füttern ist in vielen Städten per Verordnung oder Satzung verboten. Eigentümer tragen die Verkehrssicherungspflicht für rutschigen Kot und herabfallendes Nistmaterial; an Baudenkmälern braucht jede Montage die Zustimmung der Denkmalbehörde.

Mieter und Vermieter: Der Balkon gehört zur Mietsache, Abwehrsysteme am Gebäude sind Sache des Vermieters. Wer den Fachbetrieb bestellt, zahlt zunächst. Starker Befall ist meist ein Mangel der Mietsache; hat ein Mieter ihn durch Füttern verursacht, kann der Vermieter die Kosten zurückfordern. Melden Sie das Problem früh und schriftlich.

Vorbeugen

  • Nicht füttern und Nachbarn darauf ansprechen; Futter hält Tauben am Ort
  • Dachluken, Lüftungsöffnungen und Hohlräume mit Gitter oder Blech verschließen, Spalten unter fünf Zentimetern halten
  • Simse bei Sanierungen schmaler als zwei Zentimeter oder mit über 60 Grad Neigung und glatter Oberfläche ausführen
  • Balkon frei von Gerümpel und Futterresten halten, Vogelfutter nur in taubensicheren Spendern
  • Dachrinnen jährlich reinigen und nach Nestern sehen

Was es kostet

Fachbetriebe rechnen je Termin ab: Bestandsaufnahme, Reinigung, Montage und Nachkontrolle einzeln. Was ein Termin kostet, hängt von Fassadenfläche, Höhe, Menge des Kots, System und Anfahrt ab und ist von Betrieb zu Betrieb verschieden; fragen Sie nach dem Preis je Termin und der geschätzten Zahl der Termine. Ob die Tiere nach der Montage ausweichen, zeigt sich erst später, deshalb ist ein Festpreis für die komplette Maßnahme ein Warnzeichen. Für Privathaushalte sind die Arbeitskosten als haushaltsnahe Dienstleistung (§ 35a EStG) zu 20 Prozent von der Steuer absetzbar, Rechnung und Überweisung vorausgesetzt.

Preis für Ihren Fall? In zwei Minuten beschreiben, Einschätzung sofort, Angebot vom Fachbetrieb aus Ihrer Region.

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Häufige Fragen

Darf ich ein Nest auf dem Balkon selbst entfernen?

Ein leeres Nest dürfen Sie entfernen. Mit Eiern oder Jungen bleibt es, bis die Jungvögel ausgeflogen sind, meist nach vier bis sechs Wochen. Danach den Platz sofort unzugänglich machen.

Sind Taubenspikes erlaubt?

Stumpfe Spikes, auf denen Tauben nur nicht landen können, gelten als tierschutzgerecht. Geschliffene Spitzen, Nadeln und Klebepasten sind verboten.

Ist Taubenkot gefährlich?

Frischer Kot lässt sich mit Handschuhen und feuchtem Tuch sicher entfernen. Riskant sind große, trockene Ablagerungen auf Dachböden, deren Staub Erreger enthalten kann; sie gehören angefeuchtet und mit Atemschutz gereinigt oder dem Fachbetrieb überlassen.

Woher kommen die Stiche, seit der Dachboden dicht ist?

Vermutlich von Taubenzecken, die in verlassenen Nestern monatelang hungern und dann neue Wirte suchen. Dachböden mit Taubenbrut in den letzten zehn Jahren sollten vor einem Ausbau geprüft werden.

Fachbetrieb finden

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Passende Leistungen

  • Taubenabwehr

    Vergrämung und bauliche Abwehr (Spikes, Netze, Drahtsysteme), Reinigung von Taubenkot. Keine Tötung.