Holzwurm und Hausbock
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Helles Mehl unter dem alten Schrank, kleine runde Löcher im Dielenboden, ein Raspeln im Dachstuhl: Holz, das von innen gefressen wird, meldet sich spät. Ist das ein alter Befall, oder frisst da gerade etwas? Diese Seite zeigt, wie Sie Holzwurm und Hausbock unterscheiden, was Sie selbst prüfen können, wie ein Fachbetrieb vorgeht, was rechtlich gilt und wie Kosten je Termin entstehen.
Auf einen Blick
| Merkmal | Holzwurm und Hausbock |
|---|---|
| Fachname | Gewöhnlicher Nagekäfer (Anobium punctatum), der „Holzwurm“; Hausbock (Hylotrupes bajulus); Abgrenzung: Splintholzkäfer (Lyctus) |
| Erkennen | Nagekäfer 3 bis 5 mm, dunkelbraun, Kopf unter kapuzenartigem Halsschild; Hausbock bis 25 mm, grau bis schwarz mit hellen Flecken; Larven weiß, beim Hausbock bis 30 mm |
| Typische Orte | Nagekäfer in kühlen, feuchten Räumen: Möbel, Dielen, Balken; Hausbock im Nadelholz warmer Dachstühle; Splintholzkäfer in Parkett |
| Aktiv | Larven fressen jahrelang verborgen; Käfer schlüpfen im Sommer, der Hausbock von Juni bis August |
| Risiko | Keine Gesundheitsgefahr; Materialschäden bis zum Verlust der Tragfähigkeit, beim Hausbock die Statik des Dachstuhls |
| Recht | Kein Schutzstatus; Holzschutzmittel sind zugelassene Biozide (Sachkunde), tragende Teile nach DIN 68800 Teil 4, Begasung nur mit Erlaubnis und Befähigungsschein |
| Wer hilft | Fachbetrieb für Holzschutz oder Schädlingsbekämpfung, Sachverständiger, Statiker und Zimmerer, Denkmalbehörde |

Woran Sie den Befall erkennen
Lochform, Bohrmehl und Holzart verraten die Art. Der Nagekäfer hinterlässt runde Löcher von ein bis zwei Millimetern, aus denen helles, feines Bohrmehl rieselt; er befällt Splintholz von Nadel- und Laubholz. Der Hausbock bohrt ovale Löcher von fünf bis zehn Millimetern mit ausgefransten Rändern, fast nur in Nadelholz. Bohrmehl sehen Sie bei ihm selten, weil die Larven ihre Gänge damit verstopfen; dafür hören Sie an warmen Tagen ein raspelndes Fressen im Balken. Der Splintholzkäfer macht runde Löcher um einen Millimeter, nur in stärkereichem Laubholz wie Eiche, meist Parkett.
Ob der Befall noch lebt, sieht man dem Loch nicht an. Für aktiven Befall sprechen frisches Mehl, Löcher mit scharfen hellen Rändern und Käfer im Sommer. Beim Hausbock bleibt außen oft nur eine dünne, wellige Holzschicht; die Klopfprobe klingt hohl, ein Schraubendreher dringt mühelos ein. Dunkle Löcher ohne Mehl sprechen für einen erloschenen Befall.

Warum die Tiere da sind
Holzschädlinge folgen Holzfeuchte und Temperatur. Die Larve des Nagekäfers braucht mindestens zehn bis zwölf Prozent Holzfeuchte oder eine Luftfeuchte ab sechzig Prozent und mag es kühl, um 22 Grad. Deshalb sitzt sie in ungeheizten Kellern, Scheunen, Kirchen und in Möbeln aus feuchten Räumen. Der Hausbock will es warm: Seine Larven entwickeln sich am besten bei 28 bis 30 Grad, also in sonnenbeschienenen Dachstühlen mit splintholzreichem Nadelholz. Weil die Entwicklung beim Nagekäfer im Mittel zwei Jahre und beim Hausbock drei bis zehn Jahre dauert, fällt ein Befall oft erst nach Umbau oder Hauskauf auf. Eingeschleppt wird er mit Altholz, Brennholz, Antiquitäten und Importparkett.

Was Sie sofort tun können, und was nicht
Sinnvoll
- Fundstellen markieren und fotografieren, Bohrmehl liegen lassen
- Dunkles Papier unter verdächtige Löcher legen; frisches Mehl nach einigen Wochen belegt aktiven Befall
- Kleine befallene Stücke in einen beheizten, trockenen Raum stellen; Trockenheit lässt Nagekäferlarven absterben
- Vermieter schriftlich informieren, nach Hauskauf Kaufvertrag und Gutachten heraussuchen
Besser nicht
- Holzschutzmittel aus dem Baumarkt großflächig streichen; sie wirken oberflächlich, die Larve sitzt tief
- Löcher sofort mit Wachs schließen; danach sieht niemand, ob noch etwas frisst
- Tragende Balken selbst heraussägen; das entscheidet der Statiker
- Nebelgeräte, Sprays oder Hausmittel wie Essig als Lösung ansehen
So arbeitet der Fachbetrieb
- Befallsfeststellung. Der Betrieb oder ein Sachverständiger bestimmt die Art an Larven oder Käfern, prüft, ob der Befall aktiv ist, und sondiert Balken; im Dachstuhl werden Verkleidungen geöffnet, weil das Ausmaß außen nicht sichtbar ist. Tragende Teile beurteilt ein Statiker.
- Verfahren festlegen. Im Dachstuhl ist Heißluft die erste Wahl ohne Biozide: Das gesamte Holz wird erwärmt, bis im Kern jeder Stelle mindestens 55 Grad für mindestens 60 Minuten gemessen sind. Wo Hitze nicht hinkommt, etwa an Mauerlatten, folgt eine gezielte Behandlung mit zugelassenem Holzschutzmittel nach DIN 68800 Teil 4. Begasung bleibt Sonderfällen vorbehalten.
- Austausch. Zerfressene Abschnitte ersetzt oder verstärkt der Zimmerer; befallenes Altholz verlässt das Gebäude. Bei Denkmalschutz stimmt der Betrieb das Vorgehen mit der Behörde ab.
- Möbel und Kleinteile. Einzelstücke kommen in eine Wärmekammer, werden tiefgekühlt oder begast; Antiquitäten mit Furnier oder Fassung brauchen ein schonendes Verfahren.
- Nachkontrolle und Dokumentation. Nach dem nächsten Sommer werden die markierten Stellen auf frische Löcher geprüft. Befund, Verfahren und Messprotokoll erhalten Sie schriftlich, als Nachweis für Hauskauf und Versicherung.

Recht und Pflichten
Holzschutzmittel gegen Insekten sind Biozidprodukte: Sie brauchen eine Zulassung, und wer sie gewerblich anwendet, einen Sachkundenachweis. DIN 68800 Teil 4 regelt die Bekämpfung an tragenden Bauteilen, das Umweltbundesamt beschreibt den Hausbock ausführlich. Begasungen fallen unter das Gefahrstoffrecht: Nach § 15d Gefahrstoffverordnung braucht der Betrieb eine behördliche Erlaubnis, zeigt jede Begasung eine Woche vorher an, stellt eine verantwortliche Person mit Befähigungsschein und warnt Nutzer angrenzender Räume 24 Stunden vorher schriftlich.
Beim Hauskauf ist ein aktiver Befall bei Übergabe ein Sachmangel; ein Gewährleistungsausschluss schützt den Verkäufer nicht, wenn er den Befall verschwieg. Mieter und Vermieter: Wer beauftragt, zahlt zunächst. Befall der Bausubstanz ist Sache des Vermieters; hat der Mieter ihn verursacht, etwa durch Altholz, kann der Vermieter die Kosten zurückfordern. Melden Sie Löcher und Mehl früh und schriftlich.
Vorbeugen
- Holzfeuchte niedrig halten: Dachbalken und Stützen unter 18 Prozent, Möbel und Böden unter 12 Prozent
- Dach und Keller lüften, undichte Stellen am Dach sofort beheben
- Beim Bauen Kernholz mit wenig Splint oder technisch getrocknetes Holz verwenden
- Altholz, Antiquitäten und Importparkett vor dem Einbau auf Löcher prüfen, Brennholz nicht im Haus lagern
- Fliegengitter an Dachbodenfenstern; Dachstuhl einmal im Jahr nach dem Sommer auf frische Löcher absuchen
Was es kostet
Fachbetriebe rechnen je Termin ab: Gutachten, Behandlung und Nachkontrolle einzeln. Was ein Termin kostet, hängt von Größe des Dachstuhls, Verfahren, Zimmererarbeiten und Anfahrt ab; fragen Sie nach dem Preis je Termin und der voraussichtlichen Zahl der Termine. Weil niemand vor dem Öffnen der Verkleidung weiß, wie weit der Befall reicht, ist ein Festpreis für die ganze Maßnahme ein Warnzeichen. Für Privathaushalte sind die Arbeitskosten als haushaltsnahe Dienstleistung (§ 35a EStG) zu 20 Prozent von der Steuer absetzbar, Rechnung und Überweisung vorausgesetzt.
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Preis anfragenHäufige Fragen
Holzwurm oder Hausbock?
Runde Löcher bis zwei Millimeter mit rieselndem Mehl sprechen für den Nagekäfer, ovale Löcher von fünf bis zehn Millimetern in Nadelholz für den Hausbock. Sicher bestimmt die Art nur ein Fachmann an Larve oder Käfer.
Kann ich den Holzwurm selbst bekämpfen?
Kleine Möbel ja: mehrere Stunden bei 55 Grad erhitzen oder dauerhaft warm und trocken stellen. Balken, Dielen und Dachstühle nicht; dort braucht es Heißluft oder zugelassene Mittel und einen Blick auf die Statik.
Muss der ganze Dachstuhl behandelt werden?
Beim Hausbock meist ja, weil Larven unsichtbar in Nachbarbalken sitzen und Heißluft nur wirkt, wenn jedes Holzteil die Temperatur erreicht. Beim Nagekäfer reicht oft die Behandlung der befallenen Teile, wenn die Feuchte beseitigt wird.
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Geben Sie oben Ihren Ort ein. Sie sehen nur Betriebe, die Ihren Ort als Einsatzgebiet angeben und Holzschädlinge wie Holzwurm und Hausbock bekämpfen, mit ihren Nachweisen und dem Datum der letzten Prüfung.
Passende Leistungen
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Holzschädlinge (Holzwurm, Hausbock)
Erkennen und Bekämpfen von Holzschädlingen, Heißluft- oder chemische Verfahren je nach Befund.