Silberfischchen

Lepisma saccharinum

Badezimmer bei Nacht mit Nachtlicht, Waschbecken und Duschabfluss, ein Silberfischchen auf den Fliesen
Inhalt dieser Seite
  1. Auf einen Blick
  2. Woran Sie den Befall erkennen
  3. Warum die Tiere da sind
  4. Was Sie sofort tun können, und was nicht
  5. So arbeitet der Fachbetrieb
  6. Recht und Pflichten
  7. Vorbeugen
  8. Was es kostet
  9. Häufige Fragen
  10. Fachbetrieb finden

Nachts im Bad das Licht an, und etwas Silbriges huscht unter die Fußleiste. Silberfischchen übertragen keine Krankheiten, aber sie verraten etwas über Ihre Räume. Diese Seite zeigt, woran Sie die Tiere erkennen, warum sie auftauchen, was Sie selbst tun können, wie ein Fachbetrieb vorgeht, was rechtlich gilt und wie je Termin abgerechnet wird.

Auf einen Blick

Merkmal Silberfischchen
Fachname Silberfischchen (Lepisma saccharinum, früher Lepisma saccharina)
Erkennen 9 bis 11 mm ohne Anhänge, flach, nach hinten schmaler, silbergrau glänzend, flügellos, lange Fühler, drei Schwanzfäden
Typische Orte Bad, Küche, Waschküche, Keller; tagsüber in Fugen, hinter Fußleisten, unter Waschbecken
Aktiv Nachts, lichtscheu; ganzjährig in beheizten Räumen, Vermehrung nur bei Wärme und hoher Luftfeuchte
Risiko Keine Krankheitsübertragung; Fraß an Tapeten, Papier, gestärkten Textilien; viele Tiere zeigen Feuchte und Schimmelgefahr an
Recht Kein Schutzstatus, keine Meldepflicht; nur zugelassene Biozide, im Gewerbe durch Sachkundige
Wer hilft Fachbetrieb; bei baulicher Feuchte Vermieter oder Hausverwaltung
Silberfischchen von oben: flacher silbergrauer Körper, lange Fühler, drei Schwanzfäden

Woran Sie den Befall erkennen

Meist sehen Sie das Tier selbst: etwa einen Zentimeter lang, flach, vorne breit und nach hinten spitz zulaufend, silbrig schimmernd, mit zwei langen Fühlern am Kopf und drei fadenförmigen Anhängen am Hinterleib. Flügel fehlen. Sobald Licht angeht, verschwinden die Tiere in der nächsten Ritze.

Fraßspuren sind unscheinbar: flach abgeschabte Stellen und kleine Löcher an Tapeten, Papier und Fotos, bevorzugt dort, wo Kleister oder Stärke sitzt. Der Kot besteht aus winzigen dunklen Körnchen. Die Tiere fressen auch Schimmelpilze und Hausstaubmilben; viele Tiere sind deshalb meist ein Zeichen für zu feuchte Räume.

Silberfischchen im Bad: Tier an der Silikonfuge unter dem Waschbecken, beschlagene Fliesen

Zur Verwechslung: Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudatum) sind mit bis zu 15 Millimetern größer, einheitlich grau statt silbrig, tragen deutlich längere Schwanzfäden und leben auch in trockenen Wohnräumen, wo sie Papier und Karton anfressen. Für sie gibt es eine eigene Themenseite. Für die Anfrage hilft ein scharfes Foto von oben mit Münze als Maßstab.

Warum die Tiere da sind

Silberfischchen brauchen Feuchte und Wärme. Sie leben bei 75 bis 97 Prozent relativer Luftfeuchte; Eier und Jungtiere entwickeln sich nur bei Wärme, unter 10 Grad werden die Tiere inaktiv, bei Trockenheit hört die Vermehrung auf. Solche Bedingungen entstehen, wo Feuchte nicht abziehen kann: im Bad ohne Fenster, beim Wäschetrocknen in der Wohnung, an kalten Außenwänden mit Kondenswasser und in Kellern mit feuchtem Mauerwerk. Ein kleines Rohrleck hinter der Wand kann ein Nest über Monate versorgen. Wenige Tiere in einem älteren Bad sind normal; viele Tiere, dazu muffiger Geruch oder dunkle Flecken an der Wand, sind ein Grund, die Feuchtequelle zu suchen.

Silberfischchen im Keller: feuchte Kellerwand mit abgelöster Tapete und dunklen Flecken

Was Sie sofort tun können, und was nicht

Sinnvoll

  • Fundorte notieren, ein Tier im Glas oder auf einem Foto für die Artbestimmung sichern
  • Ein Hygrometer in Bad und Keller aufstellen und die Werte über einige Tage ablesen
  • Nach dem Duschen und Kochen das Fenster weit öffnen, Wäsche nicht in Wohnräumen trocknen
  • Fugen und Ritzen absaugen, Feuchtflecken und gelöste Tapeten fotografieren
  • Im Mietshaus den Vermieter schriftlich informieren, sobald Feuchtflecken oder Schimmel sichtbar sind

Besser nicht

  • Insektenspray flächig verteilen; es erreicht die Verstecke nicht und belastet die Raumluft
  • Nebelgeräte einsetzen; sie wirken auf Flächen und Luft, nicht auf die Tiere in der Ritze
  • Fugen zukleistern, solange die Feuchtequelle offen ist; dahinter wächst Schimmel weiter
  • Hausmittel wie Lavendel oder Kartoffelfallen als Lösung ansehen; sie fangen einzelne Tiere, nicht die Ursache
  • Schimmel großflächig ohne Schutz abkratzen oder überstreichen

So arbeitet der Fachbetrieb

  1. Befallsfeststellung. Der Techniker bestimmt zuerst die Art, weil Silber-, Papier- und Ofenfischchen anders bekämpft werden. Dann sucht er die Verstecke, misst Luft- und Wandfeuchte und prüft Fugen, Rohrdurchführungen, Abflüsse und Außenwände.
  2. Ursache benennen. Mit Feuchte kommt der Befall nach jeder Behandlung zurück. Der Betrieb grenzt ein, ob Rohrleck, Lüftung, Wärmebrücke oder aufsteigende Nässe dahinterstecken, und benennt, was Sanitärbetrieb, Bauhandwerk oder Vermieter beheben müssen.
  3. Monitoring. Klebefallen kommen an Sockelleisten, Türschwellen und unter Waschbecken auf den Boden. Nach einer Woche zeigen sie Ausmaß und Schwerpunkt des Befalls, später den Erfolg.
  4. Gezielte Behandlung. Zugelassene Biozide kommen nur in Ritzen, Fugen und hinter Fußleisten zum Einsatz, als Gel, Köder oder gezielte Spritzbehandlung im Versteck, nie flächig. Kinder, Haustiere und Aquarien werden vorher abgesprochen. Anschließend werden Fugen und Durchführungen abgedichtet.
  5. Nachkontrolle und Dokumentation. Die Fallen werden erneut ausgewertet, Lüftungs- und Trocknungshinweise erhalten Sie schriftlich, dazu eine Dokumentation mit Produkt, Mengen und Fundstellen. Meist genügen wenige Termine, wenn die Feuchte parallel behoben wird.
Fachbetrieb gegen Silberfischchen: Techniker legt Klebefalle an der Sockelleiste im Bad aus

Ein seriöser Betrieb sagt offen, wenn das eigentliche Problem die Feuchte ist und Biozide allein wenig bringen.

Recht und Pflichten

Silberfischchen haben keinen Schutzstatus, es gibt keine Meldepflicht, und sie gelten nicht als Gesundheitsschädlinge; das Umweltbundesamt führt sie als Feuchteanzeiger. Biozide müssen zugelassen sein und nach Gebrauchsanweisung angewendet werden; berufsmäßige Anwender brauchen die Sachkunde für Schädlingsbekämpfung.

Für Mieter und Vermieter entscheidet die Ursache. Rohrleck, Schimmel oder feuchtes Mauerwerk sind in der Regel ein Mangel der Mietsache nach § 536 BGB, den der Vermieter beseitigen lässt. Liegt die Feuchte an fehlendem Lüften und Heizen, kann der Vermieter die Kosten zurückfordern. Wer den Fachbetrieb beauftragt, zahlt zunächst die Rechnung. Melden Sie Feuchte und Befall früh und schriftlich. Lebensmittelbetriebe behandeln den Befall als Hygienehinweis im HACCP-Konzept.

Vorbeugen

  • Nach dem Duschen und Kochen stoßlüften, Luftfeuchte dauerhaft unter 60 Prozent halten
  • Bad und Keller im Winter temperieren, Möbel mit Abstand zu Außenwänden stellen
  • Silikonfugen, Rohrdurchführungen und Fußleisten abdichten, lose Tapeten neu verkleben
  • Abflüsse sauber halten, Spritzwasser unter Waschbecken trocken wischen
  • Papier, Kartons und Vorräte in feuchten Räumen nicht am Boden lagern, Wellpappe zügig entsorgen

Was es kostet

Fachbetriebe rechnen je Termin ab: ein erster Termin mit Artbestimmung, Feuchtemessung und Monitoring, danach Behandlung und Nachkontrollen, einzeln berechnet. Was ein Termin kostet, hängt von der Zahl der Räume, dem Aufwand für Abdichtung und der Anfahrt ab und ist von Betrieb zu Betrieb verschieden. Fragen Sie deshalb nach dem Preis je Termin und nach der geschätzten Zahl der Termine. Wie viele es werden, lässt sich vorab nicht sicher sagen; ein Festpreis für die komplette Maßnahme ist deshalb ein Warnzeichen. Für Privathaushalte sind die Arbeitskosten als haushaltsnahe Dienstleistung (§ 35a EStG) zu 20 Prozent von der Steuer absetzbar, Rechnung und Überweisung vorausgesetzt.

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Häufige Fragen

Sind Silberfischchen gefährlich?

Nein. Sie übertragen keine Krankheiten und beißen nicht. Ernst zu nehmen ist die Botschaft dahinter: viele Tiere bedeuten zu viel Feuchte und damit Schimmelgefahr.

Silberfischchen oder Papierfischchen?

Silberfischchen bleiben um einen Zentimeter, glänzen silbrig und brauchen feuchte Räume. Papierfischchen werden bis anderthalb Zentimeter lang, sind matt grau mit auffällig langen Schwanzfäden und leben auch in trockenen Räumen.

Reicht Lüften allein?

Oft ja. Sinkt die Luftfeuchte dauerhaft, können sich die Tiere nicht mehr vermehren und verschwinden nach und nach. Steckt ein Rohrleck oder feuchtes Mauerwerk dahinter, hilft Lüften nur begrenzt.

Wie viele Termine braucht ein Fachbetrieb?

In einer Wohnung meist wenige: Befallsfeststellung mit Monitoring, Behandlung, Nachkontrolle. Wird die Feuchte nicht behoben, verlängert sich das, weil die Tiere nachrücken.

Fachbetrieb finden

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